Klassische Homöopathie in Langenfeld

Unter dem Begriff Klassische Homöopathie versteht man das Behandeln eines Patienten mit nur einem homöopathischen Mittel in einer Hochpotenz. Dieses Vorgehen grenzt sich ab vom großen Spektrum der als "homöopathisch" bezeichneten Heilmethoden, wo u.a. Komplexmittel, d.h. verschiedene homöopathische Mittel in einer Mischung, gleichzeitig verabreicht werden.

Die Klassische Homöopathie geht auf die Lehre Hahnemanns zurück und die Weiterentwicklung dieser Heilmethode wie z.B. durch Bönninghausen, Hering, Kent u.a. Die Klassische Homöopathie ist von Hahnemann begründet worden und stellt eine sehr effektive und zufriedenstellende Heilmethode dar. Das für den Patienten infrage kommende homöopathische Arzneimittel wird nach gründlicher Anamnese nach seinem individuellen Symptombild ausgewählt. Mit der Klassischen Homöopathie werden sowohl akute als auch chronische Krankheiten behandelt. Hierzu zählt auch die Konstitutionsbehandlung.

Christian Friedrich Samuel Hahnemann war ein deutscher Arzt, medizinischer Schriftsteller und Übersetzer. Er ist der Begründer der Homöopathie.

Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, wurde am 10. April 1755 in Meissen (Sachsen) geboren. Nach dem Abschluss des Gymnasiums schrieb er sich 1775 in die medizinische Fakultät von Leipzig als Student ein. Seine ausserordentlichen Geistesgaben wurden bald anerkannt. 1777 ging Hahnemann nach Wien zu Dr. von Quarin. Zu dieser Zeit beherrschte er etwa zehn Sprachen und eine für damalige Verhältnisse beachtliche medizinische Ausbildung. Seine Dissertation lautete: "Eine Betrachtung der Ursachen und der Behandlung von Krampfzuständen."

Diese Arbeit war charakteristisch für sein Denken. Zu jener Zeit interessierte sich noch niemand für derartige Fragen. Nach seiner Promotion wurde Hahnemann ein regelrechter Weltpilger. Von Erlangen, Hettstedt bei Halle, Dessau, Gommern bei Magdenurg über Dessau, Dresden und Leipzig bis hin nach Stötteritz. Anschließend setze Hahnemann sein Leben als ruheloser Wanderer fort. 1792 kam er nach Georgenthal, wo Herzog Ernst von Sachsen-Gotha ihm eines seiner Schlösser zur Verfügung gestellt hatte zwecks Aufnahme und Behandlung von Geisteskranken

Auch auf diesem Gebiet ging er neue Wege. Er bekam einen hohen Staatsbeamten als ersten Patienten. Hahnemann beobachtete zunächst den Kranken während sechs Wochen, ohne ihn ärztlich zu behandeln. Nach sieben Monaten konnte sein Geisteskranker die Anstalt vollkommen geheilt entlassen werden. Allerdings blieb dies der einzige Patient, den er in Georgenthal behandelte, was wohl auf den Umstand zurückzuführen ist, dass den Leuten zu jener Zeit die Kosten eines mehrmonatigen Aufenthaltes zwecks Behandlung eines Geisteskranken zu erheblich erschien. Hahnemann setzte seine Wanderschaft fort. Man sah ihn in den folgenden Jahren in Molschleben, Mülhausen, Pyrmont, Braunschweig, Wolfenbüttel, Königslutter, Hamburg, Mölln, Eilenburg, Wittenberg und schliesslich in Dessau und Paris. Er arbeitete während dieser Zeit enorm, seine Veröffentlichungen waren auf eine Seitenzahl von 5500 angewachsen.

Das Organon und das Ähnlichkeitsgesetz

Im Jahre 1790 hatte Hahnemann Cullens "Materia medica" übersetzt. Dort befand sich auch ein Kapitel über die Chinarinde. Diese Arznei war schon damals bekannt und man wandte sie häufig gegen intermittierende Fieber an. Cullen hatte ihren Effekt durch eine stimulierende Wirkung auf den Magen zu erklären versucht, was auch die allgemeine Meinung seiner Zeitgenossen war. Aber Hahnemann war damit nicht einverstanden. Er unternahm einen Selbstversuch. Er nahm einige Tage zweimal täglich je 4 Quentchen Chinarinde ein. Er bekam Symptome eines Wechselfiebers. Die Symptome wiederholten sich jedesmal, wenn er die Gabe erneuerte, sonst nicht. Er hörte auf und war gesund. Damit hatte Hahnemann zum ersten Mal ein Grundgesetz der Heilkunst ausgesprochen, welches später des Fundament seiner Heilmethode bilden sollte: "Substanzen, welche eine (bestimmte) Art von Fieber erregen, löschen diese Typen des Wechselfiebers aus."

Er formulierte sein neues Heilgesetz folgendermassen: "Jedes wirksame Arzneimittel erregt im menschlichen Körper eine Art von eigener Krankheit, eine desto eigenthümlichere, ausgezeichnetere und heftigere Krankheit, je wirksamer die Arznei ist. Man ahme die Natur nach, welche zuweilen eine chronische Krankheit durch eine andere hinzu kommende heilt, und wende in der zu heilenden Krankheit dasjenige Arzneimittel an, welches eine andere, möglichst ähnliche künstliche Krankheit zu erregen imstande ist, und jene wird geheilt werden. Similia similibus curantur (Ähnliches mit Ähnlichem heilen)." 

Damit war die Homöapathie gefunden und ihr wichtigstes Heilgesetz formuliert, das also dem bisher geltenden Heilprinzip "Contraria contrariis" völlig entgegen gesetzt war. Hahnemann fasst die Krankheit als eine Verstimmung der Lebenskraft auf, jener Energie, welche erst aus der toten Materie einen lebenden Menschen macht. Wir können diese Lebenskraft nicht mit den Augen sehen und ihre Verstimmung nicht mit dem Mikroskop betrachten, aber wir können die Folgen deutlich feststellen, welche eben in den Krankheitssymptomen zum Ausdruck kommen.

Wir haben also die Gesamtheit der Symptome zu erforschen und zu studieren. Wenn wir dann noch die Wirkung der Heilmittel auf unseren gesamten Organismus kennen, haben wir die Möglichkeit, auf Grund der Syptomatologie dasjenige auszuwählen, welches die Heilung vollbringt. Die Heilung ist gleichbedeutend mit der Wiederherstellung des Gleichgewichts der Lebenskraft. Wenn dieses wieder hergestellt ist, so ist das Leben wieder normal und die Krankheitssymptome verschwinden. Das Aufsuchen des Heilmittels ist daher zu vergleichen mit dem Auffinden des richtigen Schlüssels zu einem Schloss. Haben wir den Schlüssel gefunden, so können wir das Schloss öffnen. Die Erfahrung zeigt, dass man tatsächlich heilen kann, wenn man die Wahl der Arznei auf Grund dieses Gesetzes trifft.

Repertorisation - Die Wahl des homöopathischen Mittels

Klassische Homöopathie in Langenfeld

Um nach den Regeln der Klassischen Homöopathie arbeiten zu können, bedarf es einer speziellen Vorgehensweise, um das für den Patienten erforderliche homöopathische Arzneimittel zu finden. Nach Stellung der Diagnose werden sämtliche Symptome auf allen Ebenen, nämlich in der körperlichen, funktionellen, sensoriellen, emotiven und intellektuellen Ebene sorgfältig nach Kategorien geordnet. Es werden insbesondere diejenigen Symptome herangezogen, die charakteristisch für die Individualität des Kranken sind. Danach erfolgt das Auswählen des Simele (das Ähnliche) für den Kranken, das ihn heilen soll. Simile bedeutet, dass der Kranke ausschließlich jenes homöopathische Mittel zur Heilung benötigt, welches in seiner Wirkungsweise die größtmögliche Übereinstimmung mit seinen individuellen Krankheits- und Gemütssymptomen aufweist.

Um die Auswahl des infrage kommenden Similes zu ermöglichen, bedient man sich eines Repertoriums (Nachschlagewerk), welches eine umfangreiche Symptomenauflistung enthält. Hierin sind zu jedem Symptom diejenigen homöopathischen Mittel aufgeführt, die zu dessen Heilung infrage kommen können. Diese Repertorisation setzt profunde Kenntnisse der Arzneikräfte und der Wirkungsart der homöopathischen Mittel voraus. Das Wissen über die homöopathischen Arzneimittel, wie deren Herkunft, Charakteristika und Wirkungsweise auf den menschlichen Organismus und seiner Psyche, sind in den Arzneimittellehren enthalten, die von Hahnemann und anderen namhaften homöopathischen Ärzten erarbeitet worden sind und bis heute die Grundlage einer homöopathischen Behandlung bilden.

Nachdem der Kranke sein Simile erhalten hat, wird durch die Arzneikraft seine Lebenskraft erhöht, was die Selbstheilungskräfte im Menschen in Gang setzt und ihn wieder gesund werden lässt. Bei Folgebesuchen wird dann geschaut, ob das verabreichte homöopathische Mittel noch wirkt oder ob eine Wiederholung in der gleichen Potenz oder in einer höheren Potenz nötig ist, um den Heilungsprozess abzuschließen.

Einige Fallbeispiele zur Homöopathie finden Sie hier.