Fallbeispiel Reinkarnationstherapie

Eine Patientin kommt zu mir und möchte, dass ich eine Rückführung mit ihr mache. Ihr ist auf einmal klar geworden, dass sie ihr Leben lang Angst vor Feuer hat. Sie hat in diesem Leben nie schlechte Erfahrungen mit Feuer gehabt, auch nicht als Kind oder Kleinkind. Sie kann sich ihre Angst nicht erklären und will der Sache auf den Grund gehen. Wir verabreden einen Termin für eine Rückführung in ein anderes Leben, wo die Ursache für dieses Problem liegt.

An dem Tag, als die Rückführung stattfinden soll, kommt die Patientin auf dem Weg zu mir an ein Haus vorbei, wo ein Feuerwehrauto mit eingeschaltetem Blaulicht steht und gerade einen Wohnungsbrand gelöscht hat. Sie schaut zum Fenster hoch, wo der Zimmerbrand war, und sieht die vom Rauch geschwärzten Fenster. Im selben Moment bekommt sie eine unbeschreibliche Panik und kann nur mit Mühe und Not mit ihrem Auto zu mir in die Praxis kommen. Welch ein "Zufall"!

Nachdem sie sich wieder beruhigt hat, beginne ich mit der Vorbereitung für eine Rückführung in ein früheres Leben. Als sie tief entspannt ist kommen Bilder in ihr hoch. Sie berichtet:

"Ich sehe ein altes Haus, da wohnt eine Familie drin. Ich bin die Mutter, ich habe zwei Kinder. Wir sind eine glückliche Familie. Das Haus ist ein ganzes Stück außerhalb des Dorfes. Ich gehe mit meiner kleineren Tochter aufs Feld zum Arbeiten. Es ist später Nachmittag geworden, wir gehen jetzt nach Hause. Mein Mann kommt immer an den Wochenenden nach Hause, denn er arbeitet auswärts. Wir haben ein kleines Feld für unser Gemüse, das ich bestelle. Die andere Tochter macht Arbeiten im Haus, wenn ich nicht da bin. Ich freue mich, dass ich mit der Arbeit fertig bin. Ich esse jetzt mit den Kindern zu Abend, dann gehen wir schlafen. Weil das Haus nicht so groß ist, schlafe ich mit der Kleinen unten und die Größere schläft oben. Ich lese beiden Kindern vor dem Einschlafen noch eine Geschichte vor.

Die Ältere will danach noch weiterlesen und ich sage ihr, sie solle nicht mehr so lange lesen und das Licht ausmachen. Seufzer... Ich werde wach durch einen ziemlich starken Husten. Der Husten wird immer schlimmer, es riecht alles so komisch. Ich mache Licht an, es ist irgendwie komisch… es sieht aus wie Qualm, Schleier… Ich gehe aus dem Zimmer heraus und merke, dass irgendetwas nicht stimmt. Ich will nach oben gehen, da oben ist alles voller Feuer, es brennt alles. Ich rufe nach meiner Tochter Hanna. Ich höre sie, aber ich komme nicht nach oben, alles ist voller Feuer, da ist alles voll Holz und Stroh.

Ich laufe zurück und bringe die Kleine in Sicherheit. Ich will das Feuer löschen, hole einen Eimer mit Wasser, es hilft nicht. Ein Balken liegt quer. Ich habe keine Kraft, den Balken wegzuschieben. Jetzt fängt mein Nachthemd Feuer. Das kann doch nicht sein... ich muss doch da hoch! Ich laufe nach draußen und gucke, ob ich da hoch komme. Ich schreie und weine und rufe immer noch nach Hanna. Ich habe das Gefühl, ich hätte durch den Qualm hindurch das Gesicht von Hanna gesehen. Alles brennt. Ich kann nichts machen. Ich stehe hier draußen wie versteinert und weiß, dass ich sie verloren habe. Ich bin voller Schmerz und denke, wenn ich ein Mann gewesen wäre, hätte ich den Balken wegschlagen können. Warum konnte ich Hanna nicht helfen?

Als mein Mann nach Hause kommt, haben wir Hanna begraben. Sie war 8 Jahre alt und hatte Zöpfe. Ich fühle mich so schuldig, alles ist leer in mir. Wir ziehen dort weg in ein neues Haus. Es ist alles anders und alles so fremd. Ich denke viel nach und frage mich, warum hat Gott das zugelassen? Ich bin auch dankbar, dass meiner kleinen Tochter und mir nichts passiert ist. Für mich ist alles sehr, sehr schwer, weil ich mir immer wieder Vorwürfe mache. Ich habe das Gefühl, in dem Leben nie mehr froh werden zu können." 

Nachdem die Patientin wieder bei vollem Bewusstsein im Hier und Jetzt war, brauchte sie noch etwas Zeit, um die schrecklichen Bilder, die sie gesehen hatte, zu verdauen. Nun hatte sie die Ursache für Ihre Angst vor Feuer gesehen. Ihre Angst vor Feuer ist mittlerweile kein Thema mehr.