Fallbeispiel Atemtherapie

Ein Mann, Mitte 40, kommt zu einer Atemtherapie. Er lebt ein Leben unter seinen Möglichkeiten und hat sein wahres Potenzial noch nicht erkannt. Er besitzt eine Versorgungsmentalität, das heißt er glaubt, sein Dasein und sein Wohlbefinden müssten andere ihm erfüllen. Er ist Beamter, seine Frau muss ihn mit allem versorgen, was sein Herz begehrt. Er hilft nie im Haushalt, obwohl seine Frau oft sehr krank und schwach ist. Er liebt Essen und Trinken, hin und wieder kennt er beim Alkoholgenuss keine Grenzen.  

Ich empfehle ihm eine Atemtherapie.

Er liegt auf einer weichen Unterlage auf dem Boden und ist mit einer Decke zugedeckt. Ich beginne mit ihm, eine tiefe Atmung zu machen, die er währen der zweistündigen Sitzung beibehalten soll. Nachdem die Atmung von ihm problemlos ausgeführt wird, schalte ich Musik ein, die seine Atmung unterstützen soll. Die tiefe Atmung dient dazu, den Panzer um seinen Emotionalkörper zu sprengen. Die begleitende Musik ist ein hervorragender Helfer und Unterstützer für die Atmung.

In den ersten fünfzehn Minuten spiele ich eine Musik ein, die speziell auf das Basis-Chakra ausgerichtet ist. Sie spricht die Lebenskräfte in ihm an. Gleich zu Beginn kann ich erkennen, ob die Lebenskräfte eines Patienten blockiert sind oder frei fließen können. Bei diesem Patienten war es so, dass er sichtlich lebhaft auf die Musik reagierte und dazu entsprechende Körperbewegungen machte.

Nach dem Verlassen des Basis-Chakras geht die Musik übergangslos auf das nächste Chakra, das Sakral-Chakra, ein. In diesem Chakra sitzt bei uns Menschen die Sexualität. Auch hier reagierte er lebhaft und sichtlich zufrieden. Nach weiteren fünfzehn Minuten wechselt die Musik und passt sich dem Solarplexus an. Hier haben wir Menschen unser Macht- und Ohnmachtszentrum. Kaum hatten wir diesen Bereich betreten, da wurde der Patient ganz still und bewegte sich nicht mehr. Seine Atmung wurde immer gepresster, bis er auf einmal einen Schrei von sich gab, der durch Mark und Bein ging. Seine Schreie wiederholten sich, und er ging durch eine Phase der Konfrontation mit sich selber.

Ich unterstützte ihn in seinem Kampf mit den eigenen Schatten, was ihn darin bestärkte, alles aus sich herauszuschreien, was ihn gefangen hielt. Nach fünfzehn Minuten wechselt die Musik auf das Herz-Chakra. Hier sitzt bei uns Menschen die tiefe Liebe zu allem Leben. Nun fing der Patient an, erschütternd zu weinen. Er fühlte seine Liebe zu sich selbst und die Liebe seiner Frau und die anderer Menschen zu ihm. 

Nachdem die Sitzung beendet war, bat ich ihn mir zu erzählen, was während der Sitzung in den einzelnen Stationen der Reise mit ihm geschehen ist. Es kamen unglaubliche Erfahrungen heraus. Der Patient erzählte mir, dass er solche intensiven Erfahrungen noch nie gemacht hätte und er sich befreit und wie ausgewechselt fühle. Er hätte nie geglaubt, dass so eine Erfahrung möglich wäre. 

Einige Tage nach dieser Atemtherapie rief seine Frau an und berichtete, dass ihr Mann noch immer von der Atemtherapie spreche und er irgendwie anders sei als sonst. Auf jeden Fall positiv, denn er bringe ihr jetzt mehr Achtung und Respekt entgegen